Der CityCaddy als mobiler Alleskönner zwischen Design und Alltagstauglichkeit

In einer Welt, in der Funktionalität und Ästhetik oft schwer unter einen Hut zu bringen sind, schafft eine Hamburger Designerin mit dem CityCaddy eine bemerkenswerte Ausnahme. Elke Jensen, Produktdesignerin und Gründerin des gleichnamigen Start-ups, bringt ein Mobilitätsprodukt auf den Markt, das weit mehr ist als ein einfacher Trolley: eine gelungene Mischung aus Shopper, Gehhilfe und Reisebegleiter – alles in einem. Der Clou dabei? Nach Angaben des Unternehmens wird der CityCaddy nachhaltig in Deutschland produziert, mit Fokus auf hochwertige Verarbeitung und langlebige Materialien.
Wer Elke Jensen kennt – oder ihren Lebenslauf liest – merkt schnell, dass sie kein Mensch ist, der sich leicht ausbremsen lässt. Auch mit 76 Jahren, so heißt es, ist sie stets unterwegs, ob zu Fuß durch die Stadt oder auf Reisen. Dabei fiel ihr auf, dass es kaum etwas gibt, das gleichzeitig ein sicheres Gehen unterstützt, eine gesunde Körperhaltung fördert und dabei noch ansprechend aussieht. Als langjährige Designerin mit einem ausgeprägten Gespür für Form, Farbe und Funktion sah sie die Marktlücke – und entwickelte kurzerhand den CityCaddy. Es ging ihr nicht nur darum, ein praktisches Produkt zu schaffen, sondern eines, das mit Selbstbewusstsein getragen wird. Schönheit, so betont sie, solle nicht an eine Altersgrenze gebunden sein – ein Designprodukt für Menschen „in der Blüte des Lebens“ sei der CityCaddy allemal.

Was dieses neuartige Gefährt so besonders macht, ist seine Vielseitigkeit. Der CityCaddy lässt sich wahlweise vor sich herschieben oder – wie ein klassischer Trolley – hinterherziehen. Möglich macht das ein unkompliziert bedienbarer Hebelmechanismus. Wer kurz verschnaufen möchte, kann sich auf den stabilen Griff lehnen oder das Gestell samt Tasche sicher abstellen. Ein integrierter Wegrollstopper sorgt dafür, dass der CityCaddy auch dort stehen bleibt, wo man ihn abgestellt hat. Der Griff, mit handgenähtem Leder überzogen, lässt sich stufenlos in der Höhe anpassen, was den Komfort noch zusätzlich erhöht.
Auch optisch hebt sich der CityCaddy deutlich von klassischen Rollatoren oder Einkaufstrolleys ab. Sein Gestell besteht aus robustem Edelstahl und ist in verschiedenen Farben erhältlich – besonders auffällig ist die Variante in leuchtendem Orange. Der Clou: Die Taschen sind abnehmbar und in mehreren Ausführungen erhältlich. Ob in edlem Leder (Modell CC.PARIS), in moderner Paperbag-Optik (CC.MAILAND) oder als recycelte Tasche aus ausgedienten Riesenpostern (CC.HAMBURG, in Zusammenarbeit mit dem Hamburger Label fyksin) – hier trifft Design auf Individualität.

Nach Unternehmensangaben wurde auch das Thema Nachhaltigkeit von Beginn an mitgedacht. So kommt bei der Fertigung nur sehr wenig Kunststoff zum Einsatz, stattdessen setzt man auf langlebige Materialien und eine möglichst ressourcenschonende Verarbeitung. Im Falle eines Defekts lassen sich die meisten Einzelteile problemlos ersetzen. Produziert wird in Zusammenarbeit mit zwei deutschen Manufakturen und freien Mitarbeitenden – die Taschen stammen aus der Creativ-Ledermanufaktur im thüringischen Sangershausen.

Und wer meint, ein solches Produkt sei nur etwas für ältere Damen mit Sinn für Mode, sollte sich eines Besseren belehren lassen. Der CityCaddy eignet sich laut Hersteller ebenso für Männer, für Menschen mit temporären Bewegungseinschränkungen oder schlicht für alle, die viel unterwegs sind – ob im Zug, im Bus oder auf dem Kreuzfahrtschiff. Wer sich durch enge Gänge oder über Bahnsteige schlängeln muss, weiß: Mobilität darf nicht sperrig sein. Und für alle, die ihren kleinen Vierbeiner partout nicht allein lassen wollen, könnte man fast überlegen, ob ein Modell mit eingebautem Hundekorb nicht die nächste Evolutionsstufe wäre. Ironisch gemeint, aber wer weiß – ein bisschen Augenzwinkern hat dem deutschen Produktdesign noch nie geschadet.
Seit dem erfolgreichen Abschluss der Testphase ist der CityCaddy nun offiziell auf dem Markt erhältlich. Die maximale Traglast liegt bei rund 15 Kilogramm, während die Stützlast 100 Kilogramm beträgt. Damit richtet sich das Produkt nicht nur an Senioren, sondern an alle Menschen, die Wert auf sichere, stilvolle und selbstbestimmte Fortbewegung legen. Die Taschen lassen sich übrigens auch individuell gestalten – ein Detail, das besonders bei modebewussten Nutzerinnen und Nutzern gut ankommen dürfte.

Jensens Lebensweg zeigt: Mobilität endet nicht mit dem Eintritt ins Rentenalter. Die gebürtige Norddeutsche studierte in Kiel und Würzburg, arbeitete als freie Designerin, war Dozentin an der AMD Akademie Mode und Design in Hamburg und Mitglied im Vorstand der Künstlerinnen-Stiftung Die Höge. Von 1984 bis 2001 führte sie zudem eine Galerie für zeitgenössische Kunst in Hamburg. Mit 70 gründete sie das Label ToSomKom, das Designerinnen mit Werkstätten des Landesvereins der Inneren Mission Schleswig-Holstein vernetzt – ein weiteres Beispiel dafür, dass kreative Energie nicht an ein Alter gebunden ist.
Der CityCaddy ist also weit mehr als ein neues Fortbewegungsmittel. Er ist Ausdruck einer Haltung: Älterwerden heißt nicht Stillstand, sondern neue Wege gehen – mit Stil, Sicherheit und einem Augenzwinkern.
